Letztes Wochenende war ich zu einer Geburtstagsfeier eines befreundeten Galeristen eingeladen. Abgesehen von der wunderschönen Landschaft und der Tatsache, dass ich zum ersten Mal, seit meine jüngsten Töchter zu uns kamen, zu einer solchen Veranstaltung gehen konnte, war es ein erhebendes Ereignis.

Aber vor allem wegen eines konkreten Gesprächs mit einem Künstlerkollegen, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass „ich beabsichtige, meinen Weg der Kunst fortzusetzen und mich auf soziale Themen zu konzentrieren“, und mich unverblümt provozierte, indem ich sagte, dass ein Künstler sich selbst herausfordern müsse, um eine neue Grenze zu erreichen jedes Mal, mutig dorthin zu gehen, wo er noch nie zuvor gewesen war. Es war keine große Offenbarung und ich wollte sie herunterspielen. Aber irgendwann wurde mir klar, dass ich es dieses Mal schon anders mache.

Zum ersten Mal in meiner künstlerischen Karriere saß ich zwei Wochen vor diesem Vortrag und schrieb (Trommelwirbel) einen Geschäftsplan für ein Kunstprojekt.

Ich habe vorher nie daran gedacht, einen Geschäftsplan für ein Kunstprojekt zu schreiben, ich habe gehofft, dass es am Ende geklärt wird, und manchmal klappte es sogar. Irgendwie dachte ich lange Zeit, dass ich eines machen würde, aber es war alles nur in meinem Kopf. Ich wusste nicht, dass es nicht zählt, bis mich irgendwann im letzten Teil von Lipstick Leaders die Sensei/Guru selbst, Georgette Vun, anschrie: „Du hast keinen Geschäftsplan geschrieben?!?“.

Selbst dann hat es viel zu lange gedauert, bis ich mich dazu getraut habe, eins zu machen, also habe ich es im Nachhinein ein paar Wochen nach der ersten Show (1.6.2018) gemacht. Lassen Sie mich Ihnen sagen, dass es düsterer war, als Sie vielleicht erwarten. Es war deprimierend, dass ich nach diesem Projekt enorme Schulden hatte, und wenn ich mir ein Gehalt zahlen müsste, wäre es viel höher ausgefallen.

Aber dieses Mal habe ich mich wie ein Erwachsener von meinem eigenen Gerät aus im Voraus niedergelegt und einen „Geschäftsplan“ erstellt!

Da es eher intuitiv als beabsichtigt war, musste ich mich fragen, warum ich es dieses Mal so anders mache. Zuerst dachte ich, ich hätte es getan, weil ich „erwachsen“ bin (was auch stimmt), aber dann wurde mir klar, dass alles damit zu tun hat, was ich mit diesem neuen Kunstprojekt verfolgen möchte.

Zusamenfassend; In meinen vergangenen Projekten habe ich mich auf Teile der Gesellschaft konzentriert und einen Raum geschaffen, in dem auch diese Teile einbezogen werden können. Dieses Mal konzentriere ich mich von Anfang an auf die Gesellschaft als Ganzes. Ich möchte mit Kunst eine Gemeinschaft aufbauen.

Die ersten Zahlen, die ich zusammengestellt habe, zeigten mir, dass dieses Projekt für sich genommen außerhalb meiner finanziellen Liga liegt. Ich musste eine Pause machen, nur um den Gedanken zu überwinden, dass ich es nicht schaffen könnte. Doch dann wurde mir klar, dass ich nur die Kosten des Projekts geschrieben hatte, nicht aber, wie ich es finanzieren wollte.

Dieser Prozess dauerte ebenfalls einige Tage, da ich realistisch sein wollte, aber nicht ohne Hoffnung oder Ehrgeiz. Was sich als viel schwieriger erwies, als Sie sich vorstellen können (Wann haben Sie das letzte Mal Originalkunstwerke gekauft?).

Aber darüber hinaus war es tatsächlich ein sehr großer persönlicher Transformationsschritt für mich. Es war das erste Mal, dass ich ein Gehalt für mich selbst und eine realistische Gewinnspanne hatte, die ich bei Erreichen in zukünftige Projekte investieren konnte.

Durch das Schreiben dieser Zeilen wurde mir klar, dass ich durch die Arbeit am Geschäftsplan begonnen habe, diese zukünftige Gemeinschaft mit einer klaren und klaren Absicht und ohne Illusionen zu schaffen.

Wahrheit.

Ich möchte eine auf „Wahrheit“ basierende Gemeinschaft schaffen.

Da Sie sich jetzt wahrscheinlich fragen, wovon ich bei diesem Projekt spreche, hier ein kleiner Vorgeschmack:

„Stellen Sie sich einen großen Saal mit 10-12 großen, in dunklen, schweren Holzrahmen gerahmten Bildern an den Wänden vor. Die Bilder unterscheiden sich in Farbe und Stil, vereinen sich aber in Thema und Geschichte. Sie zeigen 13 Menschen, die zusammengekommen waren, um mit Fremden das Brot zu brechen und Gemeinschaft zu teilen. 12 Geschichten von Begegnungen und Diskussionen, eine Geschichte von einem Abendessen, das sie zusammenbrachte. – eine Gemeinschaft. “

Lass mich wissen was du denkst

Abendmahl

Ein Kunstprojekt das Menschen zusammenbringt

Stellen Sie sich eine grosse Halle vor, an deren Wänden eingerahmt in dunkle schweren Holzrahmen 12-15 grosse Bilder. Die Bilder unterscheiden sich in Farbe und Stil, vereinen sich aber in Thema und Geschichte. Sie zeigen 13 Menschen, die zusammengekommen waren, um mit Fremden Menschen Brot zu brechen und ein Abendmahl zu teilen. 15 Geschichten von Kennenlernen und Auseinandersetzten, eine Geschichte von einem Abendmahl, die sie zusammenbrachte.  Eine Gemiende .                                 

Eindrücke aus den “Abendmahl” in Trogen von 10.02.2024

Nächsten Abendmahl Event:

Basel Stadt, Donnerstag 16 Mai

Sarnen, Sonntag 7 Juli

In den letzten 10 Jahren habe ich mich mit dem Thema „Gemeinschaft» (Community) beschäftigt und die Rolle des Künstlers in der Gemeinschaft. Dies geschah, indem ich künstlerisch mit Teil-Gemeinschaften oder Subkulturen gearbeitet habe und so ihren Einbezug in die allgemeine Diskussion ermöglichte. «Subkulturen»/ Gesellschaftsgruppen mit denen ich gearbeitet habe sind u.a. Russische und Ukrainische Mütter, Erwachsene mit Autismus, Syrische Flüchtlingskinder, Schweizer- Women- Leaders, Belarussische LGBTQ und Menschen mit Demenz.

Ein direkter Nebeneffekt dieser Kunstprojekte war die Ermöglichung eines ungezwungenen geistigen gemeinsamen Erlebnisses durch die Kunst mit allen Teilnehmenden. Dadurch entstand oft auch eine gestärkte persönliche Selbstwahrnehmung, was zu einem aufbauenden «Wir- Gefühl» führte. Dieses Gefühl wurde für mich persönlich zur Hauptmotivation meiner Kunst. 

Die genannte Projektserie wurde durch die Corona- Pandemie zum Halt gebracht. Nach fast drei Jahren Pause war es mir möglich, Anfang Februar 2023 ein neues Kunstprojekt zu visualisieren:

Inspiriert von einem Artikel, der erklärte: Wenn ein Paar mit eingeschalteten Smartphones zusammensitzt, sendet ihr Gehirn tatsächlich ein Gefühl von Einsamkeit, so dass sie tatsächlich einsam sind, selbst wenn sie zusammen sind. Ich habe eine alte Idee aufgegriffen und an einem Projekt zum Thema „Intimität“ gearbeitet, wobei ich Paare porträtierte und sie fragte, was Intimität für sie bedeutet.

Eine Hauptfrage, die sich aus dem Projekt herauskristallisierte, war, ob unsere Kinder die gleiche Intimität erreich könnten wie wir im Angesicht der Überflutung von digitalen Medien und KI. Ob sie überhaupt die Geduld und Durchhaltevermögen aufbringen könnten, die nötig ist um eine standhafte Beziehung zu ermöglichen?

Die Entwicklungen im KI-Bereich der letzten Monate und der tiefere Einblick in unsere allgemeine Beziehung zur Technologie, die ich durch das Projekt gewonnen habe, haben den Weg für den Beginn eines neuen Kunstprojekts kreiert, das aus meiner Sicht von grosser Dringlichkeit ist.

«Abendmahl» soll die Entstehung einer Gemeinde mittels Kunst nachgehen. Von der Schaffung kleiner familiärer Zellen durch den kleinen Abendmahl-Prozess mit 13 Personen, bis zur gemeinsamen Selbstwahrnehmung einer Gemeinde mit 150 Mitgliedern, die zwar sehr divers ist, jedoch einen klaren – wenn auch nur künstlerisch-kulturellen – gemeinsamen Nenner hat.

Dabei sollte das Projekt zwei Hauptfragen nachgehen:

  • Wie entstehen Gemeinschaften?
  • Werden wir in der Lage sein, unter dem Einfluss von KI und den immer fortschrittlicheren „Kommunikationswerkzeugen“ eine Gemeinschaft zu bilden oder aufrechtzuerhalten.

Ob durch das Projekt tatsächlich eine Gemeinde kreiert werden kann, bleibt offen. Das Projekt sollte jedoch, sowohl im Rahmen der kleineren «Abendmahl» Events als auch im Rahmen der Abschluss-Installation, bodennah wie auch auf der Metaebene Menschen zusammen zu bringen

Eindrücke as der Vorpremiere – “Abendmahl in Privten Rahmen 23.9.23 
Konzept in PDF format

Die Grundidee:

Durch das Malen von verschiedenen Gruppenbildern mit jeweils 13-21 Personen und deren Zusammenstellung zu einer Installation wird mit Hilfe der Kunst eine Gemeinschaft/Community mit 120-150 Mitgliedern kreiert.

Konzept:

In Anspielung an die Geschichte des «Abendmahl Christi» und dessen künstlerischen Überlieferungen durch die Jahrtausende werden 13 Menschen zu einem Abendmahl eingeladen. In einer Kunstaktion zwischen Performance und Installation wird dieses «Abendmahl» vor Ort und so zeitnah wie möglich in all seinen Fassetten malerisch festgehalten.

In der gesamten Schweiz werden solche «Abendmahl» Events mit jeweils neuen Gästen wiederholt, bis gesamthaft ungefähr 150 Personen gemalt wurden (also 10-12mal).

Mittels einer Installation der verschiedene «Abendmahl» Bilder und einem Event, bei dem alle Teilnehmenden zusammenkommen können, wird schlussendlich auch durch Kunst eine neue Gemeinschaft kreiert und zelebriert. 

Technisches Konzept:

  • Die 13 Teilnehmenden sollten wenn möglich einander nicht oder nur oberflächlich kennen. Alternativ könnte es auch eine schon bestehende Gruppe sein z.B. Familie, Verein oder Betrieb.  
  • Wen möglich sollte die die Gruppe divers sein hinsichtlich Alter, Geschlecht, Ethnien/Nationalitäten, sozioökonomischem Hintergrund etc.
  • Der Malprozess wird zwischen 4-6 Stunden dauern und wird an einem Abend bzw. bis in die Nacht sattfinden. Alle Teilnehmenden müssen dem ganzen Malprozess beiwohnen.   
  • Um die so gut wie möglich auf die verschiedenen Gruppen einzugehen, werde ich verschiedene Materialien benutzen und von Grund auf eine Mischtechnik anwenden.
  • Um einen gemeinsamen visuellen Nenner zu kreieren, werden alle Bilder auf Leinwand in Bildgrösse von 92x176cm **gemalt.
  • Die Positionierung der 13 Teilnehmenden im Bild wird ähnlich des klassischen Abendmahl-Bilds sein, ein langer Tisch und alle Gäste mit dem Gesicht nach vorne gerichtet
  • Es wird im Bild keine hierarchische Platzierung geben im Gegensatz zum klassischen Bild. Die Plätze werden vor Beginn des Abendmahls von den Gästen gelost

Beautiful Women

Popart- und Streetart-Kunstprojekt zum Thema vertriebene Frauen

Das Konzept für Daniel Eisenhuts „Beautiful Women“-Projekt entstand in seinem Kopf, als er noch an „Lipstick Leaders“ arbeitete. Während er eine weibliche Führungspersönlichkeit porträtierte, wurde er auf eine andere verwiesen und lernte so viele starke Frauen kennen. Als er Rachel Herzog, die Gründerin der SAO Association, traf, entdeckte er ein völlig neues Netzwerk mutiger Frauen. Die SAO Association ist eine Organisation, die sich auf die Unterstützung von Flüchtlingsfrauen und Müttern mit ihren Kindern in Griechenland konzentriert. Frauen und Kinder sind bei der Flucht besonders gefährdet, und die Arbeit des SRH ist von entscheidender Bedeutung. Sie bieten Frauen und Kindern Notunterkünfte und Ressourcen. Sie veranstalten auch Workshops und Schulungsprogramme und helfen Flüchtlingen, wieder auf die Beine zu kommen und neue Orte zum Ansiedeln zu finden.

Der SAO-Verband verfügt über zwei Zentren in Griechenland, in denen Frauen und Kinder die Unterstützung erhalten können, die Asylbewerber so oft benötigen. Das Bashira Center auf Lesbos und das Amina Center in Athen. Zu Ersterem reiste Daniel Eisenhut, um sein Projekt „Beautiful Women“ zu beginnen. Nachdem Daniel Eisenhut den Gründer getroffen und von der guten Arbeit erfahren hatte, die das SAO für Flüchtlinge leistet, war er so berührt und inspiriert, seine Kunst zu nutzen, um Aufmerksamkeit auf ihr Anliegen zu lenken.

Er wollte das Bewusstsein nicht nur für die Organisation, sondern für weibliche Flüchtlinge im Allgemeinen schärfen. Wie bei vielen seiner anderen Projekte wollte Eisenhut mit seiner Kunst Menschen zusammenbringen. Flüchtlinge werden oft übersehen oder, schlimmer noch, weggeschaut und als isoliert oder unerwünscht angesehen. Auf seiner Reise nach Lesbos traf Daniel Eisenhut die Frauen, die aus ihrer Heimat geflohen waren, und er sah Schönheit in ihrer Stärke und Menschlichkeit.

Für Eisenhut ist es wichtig, seine Themen auf individueller Ebene kennenzulernen. Es ist das, was sein Werk zum Atmen bringt, wie er Rohstoffe zum Leben erweckt und seine Arbeit mit authentischen menschlichen Emotionen erfüllt. Das Ziel von „Beautiful Women“ bestand darin, Porträts zu schaffen, die dazu beitragen würden, die Art und Weise, wie wir Flüchtlinge betrachten, menschlicher zu gestalten, und dafür musste er sie kennenlernen. Er sprach mit jeder Frau, während er sie porträtierte. Er leitete Workshops zur Selbsterkenntnis und Selbsterkenntnis der Flüchtlinge. Er war von der Stärke dieser Frauen so beeindruckt, dass er sich bemühte, Kunst zu schaffen, die ebenso unbestreitbar war wie ihre Anwesenheit.

Ich wurde von einem Journalisten nach dem Namen meines Kunstprojekts “Beautiful Women“ gefragt. Hier sind einige Antworten.

In Stil und Konzept würde sich „Beautiful Women“ stark von jedem anderen Projekt Eisenhuts unterscheiden. Die ursprüngliche Idee bestand darin, große Banner mit Pop-Art-Porträts an prominenten Gebäuden rund um Zürich aufzuhängen. Diejenigen, die normalerweise nicht täglich mit den Kämpfen von Flüchtlingen konfrontiert waren, begegneten in ihrem täglichen Leben den Gesichtern von vertriebenen Frauen. Die Gesichter der Frauen, die Daniel Eisenhut im Bashira-Tierheim traf, blickten auf die Stadt. Sie wären schön, würden zum Hinsehen einladen, aber auch farbenfroh, sodass sie nicht wegsehen könnten. Pop-Art war nicht Eisenhuts üblicher Stil. Es ist jedoch auffällig, ästhetisch ansprechend, „populär“ – all die Dinge, die er einem Thema verleihen wollte, das oft auf Abneigung stößt. Der perfekte Weg, das Narrativ des eintönigen Asylbewerbers zu untergraben, den wir von der Gesellschaft ignorieren sollten.

In diesem Projekt habe ich die Originalporträts in POP-ART-ähnliche Porträts geändert. Im Video erkläre ich warum (Englisch)

Während Eisenhuts Aufenthalt auf Lesbos kam es auf der Insel zu Unruhen im Zusammenhang mit dem Flüchtlingslager Moria. Über Nacht kam es zu groß angelegten, teilweise gewalttätigen Demonstrationen, die von Einheimischen als „Bürgerkrieg“ bezeichnet wurden, und ein Generalstreik brachte das gesamte Geschäftsleben zum Erliegen. Zum ersten Mal fühlte sich Daniel Eisenhut ängstlich und machtlos. Er hatte Geld, aber das änderte nichts an seiner Fähigkeit, sich frei zu bewegen. Alle Dinge, die er normalerweise tun konnte, um sich frei zu fühlen, waren weg und er hatte keine andere Wahl, als zu warten. Er hatte Angst, von seiner Familie getrennt zu sein, und die Unruhe um ihn herum machte ihm Angst, jemals wieder zu ihnen zurückzukehren. Es war schwer, und doch war es das, was ihn dazu brachte, wirklich Mitgefühl für die Frauen und Kinder um ihn herum zu empfinden. Als ihm eine Frau sagte: „Jetzt weißt du, wie es sich anfühlt, ein Flüchtling zu sein“, verstand er. Sie hatten kein Zuhause mehr, in das sie zurückkehren konnten. Er war sich nicht sicher, ob er zu seinem Zurückkehren könnte. Das Gefühl, festzustecken, zwang Daniel Eisenhut, härter an „Beautiful Women“ zu arbeiten und weiterzumachen.

Die Porträtsitzungen selbst fanden in einem provisorischen Studio auf Lesbos statt. Es war allen wichtig, dass dies außerhalb des Tierheims stattfand. Wenn man nirgendwo anders hingehen kann und sich in einer verletzlichen Lage befindet, bedeutet Obdach so viel mehr. Es ist wichtig, dass es für Eindringlinge geschlossen bleibt. Ziel des Projekts wäre es, die Kämpfe und Gesichter dieser Frauen sichtbar zu machen, ohne in den sicheren Hafen der SAO-Unterkünfte einzudringen. Die Kunst wäre öffentlich, während die Unterkünfte ihnen gehören würden.

Als in Zürich die Covid-19-Pandemie und die damit einhergehenden allgegenwärtigen Einschränkungen Museen und Galerien zur Schließung zwangen, schien es, als ob die „Schönen Frauen“ bald zu Ende wären. Daniel Eisenhut hat das Projekt neu ausgerichtet und es auf eine respektvollere Art und Weise öffentlich gemacht, als er es ursprünglich beabsichtigt hatte.

Anstelle der großen Banner, die man in Cafés sah, die nicht mehr geöffnet waren als die Büros in den Gebäuden, an denen sie hingen; Die Porträts wurden an einer Wand in den Straßen von Zürich angebracht. Pop-Art traf auf Street-Art, und jeder, der in der Gegend spazieren ging, in der Nähe wohnte oder das Nötigste einkaufte, kam daran vorbei. Die Gesichter der Flüchtlinge aus dem Bashira-Zentrum auf Lesbos blickten auf die Strassen Zürichs. Die Farben knallten und die Gesichter erzählten ihre eigenen Geschichten, während ein QR-Code an der Seite Passanten auf die Website des SAO-Verbandes verwies. Daniel Eisenhut teilte seine Kunst mit der Stadt und machte auf die vertriebenen Frauen und Kinder aufmerksam, die täglich in verschiedenen Teilen der Welt Zuflucht suchen.

Fundamentalismus

Während ich Material durchwühle und aussortiere und nach den richtigen Dingen suche, mit denen ich Inhalte erstellen kann (Ja ich bin ein Sklave der Maschine). Bin ich auf alte Fotos von einer Fotosession gestoßen, die Freunde von mir mit und für mich gemacht haben. Wir haben Bilder von Werken aus meinem ersten „Kunstprojekt“ gemacht.

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Darüber hinaus hatte ich ein inspirierendes Gespräch mit Daniel Perez Whitaker über seine aktuellen Ziele und eine sehr interessante neue Interviewreihe, die er plant. Wir haben über viele Dinge gesprochen, aber was mir blieb, war das Gefühl einer persönlichen Notwendigkeit, zu meinen künstlerischen Wurzeln und Grundlagen zurückzukehren. Was bewegt mich? Wie kreiere ich? Wie gehe ich an meine Projekte heran?

In den ersten 10 Jahren meiner Karriere habe ich hauptsächlich unterrichtet und meine Kunst auf jede erdenkliche Weise gezeigt. Heute weiß ich, dass ich nur trainiert, Fertigkeiten erlernt und meinen Weg in und um die Kunst gefunden habe. Es ist nicht nur das Handwerk an sich, das endlose Übung erfordert, sondern auch die Art und Weise, wie ich über meine Kunst spreche, sie präsentiere und sie ernst, aber nicht zu persönlich nehme. Aber ich habe mich nie ernsthaft auf das Malen konzentriert, es gab einfach so viel anderes zu lernen …

Und dann kam „The God Project“: Nach einer langen Pause und dem Experimentieren mit neuen Stilen (abstrakt), aber auch nach sehr ermutigenden Begegnungen begann ich wieder darüber nachzudenken, zu meinen Wurzeln zurückzukehren und Menschen oder das Leben als solche zu malen ist meist bekannt. Ich nahm an offenen Zeichensitzungen teil und bekam den Dreh wieder raus, aber es war zu sehr auf Strukturelles beschränkt und nicht tief genug. Und dann sprachen wir in einem Gespräch mit einer Liebhaberin spät abends im Bett über das Konzept von Gott (wie man so tut). Sie sagte, dass Gott für sie eine „große schwarze Frau mit großen, schweren Brüsten“ sei. Ich weiß nicht, was mich in diesem Satz so bewegt hat, aber plötzlich wusste ich, dass ich diesen „Gott“ malen musste. Es war keine Herausforderung, einen Scherz oder sich ein Ziel zu setzen. Es war eher eine kindliche, aufgeschlossene Entscheidung: Das werde ich tun!

Gesichert durch meine Erfahrung bei der Kontaktaufnahme mit Models für meine Kurse und das Wissen, dass ich in diesem Bereich einen guten Ruf habe. Ich beschloss, drei Frauen aus meinem Netzwerk anzusprechen, die der Persönlichkeit und dem Körperbau entsprachen, die für die Rolle erforderlich waren. Einer von ihnen antwortete mir sehr schnell mit „Ja“ und wir vereinbarten einen Termin für ein persönliches Treffen, um Einzelheiten zu besprechen.

In unserem Gespräch ein paar Wochen später erzählte sie mir, dass sie sich im ersten Stadium ihrer Schwangerschaft befände. Für mich und sie war das ein großes, bestätigendes Zeichen für das Projekt. Wir haben einige Termine für die Malsitzungen festgelegt und beschlossen, dass wir sie so nah wie möglich an ihrem Fälligkeitstermin einhalten werden.

Ich hatte eine sehr klare Vorstellung davon, wie die Posen aussehen sollten; Gott stand mit all seinen Kräften da und blickte nach vorn, mächtig und allgewaltig!

Am Tag unserer ersten Sitzung kam sie herein und sagte, dass sie nicht lange stehen könne und lieber sitzen oder liegen würde. Da wurde mir klar, dass es an der Zeit war, zu lernen und darauf zu hören, was „Gott“ will, und zu tun, was mir gesagt wurde. Was folgte, waren ungefähr fünf Monate regelmäßiger Sitzungen, in denen „Gott“ in mein Wohnzimmer kam, sich auszog, sich auf meiner Couch ausruhte und Witze machte. Ich konnte zahlreiche Werke schaffen, mit Materialien experimentieren und meine handwerklichen Fähigkeiten entfalten. Das God Project brachte eine weichere Seite von mir zum Vorschein, von der ich nicht wusste, dass sie da ist. Einige Arbeiten aus dieser Serie wurden schließlich in einem kleinen Museum gezeigt und liegen mir seitdem sehr am Herzen.

Dieses Projekt hat einige Voraussetzungen für meine weitere künstlerische Arbeit geschaffen und mir einen Einblick in das gegeben, was für mich möglich ist. Die Arbeit am Gott-Projekt war aufregend und spielerisch, aber auch sehr ernst in den Szenen, in denen wir beide einen Blick auf unsere Menschlichkeit und unsere Grundlagen werfen konnten. Einige Jahre später sagte einer der Gäste in einem Vortrag, den ich über meine Kunst hielt, dass ich, als ich über dieses Projekt sprach, wie ein „Fundamentalist der Kunst“ klinge. Das blieb bei mir hängen, es hat mir gefallen.

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Eine Frage des Budgets

Wie starten Sie Ihre Kunstprojekte, wie definieren Sie Ihre Budgets dafür?

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass mir jemand solche Fragen stellt, und es kommt nicht jeden Tag vor, dass ich mir selbst solche Fragen stelle. Als Ruzbeh Tadj mir neulich bei einem längst überfälligen Mittagessen genau diese Fragen stellte, veranlasste es mich das dazu, mich hinzusetzen und sie aufzuschreiben.

Kunstprojekte starten von selbst; Ich habe etwa 5 oder 6 verschiedene Kunstprojekte im Kopf, die sich teilweise überschneiden und oft auch in ihrer Absicht ähnlich sind. Sie kommen und gehen und wenn einer von ihnen zu oft auftaucht, schreibe ich ihn auf. Aber auch vorher werde ich bei verschiedenen Gelegenheiten mit verschiedenen Menschen darüber sprechen. Abgesehen von dem Feedback, das ich bekomme, bedeutet das auch, dass ich zuhöre, wie ich über sie spreche. Es hilft mir zu verstehen, was ich mit diesem Kunstprojekt sagen möchte, und vertieft mein Verständnis dafür, worum es für mich dabei geht.

Der letzte Punkt ist vielleicht der wichtigste: Wenn ich nicht die persönlichste Kernmotivation benennen kann, die mich dazu bewegt, dieses Kunstprojekt zu initiieren, wird es auf lange Sicht normalerweise nicht funktionieren. Diese Kernmotivation kann manchmal oberflächlich sein und sogar im Widerspruch zum „Ergebnis“ oder Ergebnis des Kunstprojekts stehen. Aber ohne sie gibt es meist kein Projekt.

Mit der Zeit habe ich gelernt, dass dieser Prozess ermöglicht mir mit meinem Ego zu trainieren und mich von dem Urteilsvermögen und den Selbstzweifeln zu befreien, die mit dem Schaffen von Kunst mitkommen und mit Sicherheit irgendwann im Arbeitsprozess auftauchen werden.

Danach kommt der Schritt der „drei Ja“. Ich benötige ein spezifisches OK von meiner Umgebung, zum Beispiel ein OK von Models/Subjekten, die teilnehmen möchten, ein OK für den Standort und oft auch ein finanzielles OK. Von dem Moment an, in dem ich alles in Ordnung bekomme, ist es normalerweise harte Arbeit und wenn ich Glück habe, muss ich viel malen.

Zur Budgetfrage (wie legen Sie Ihre Budgets dafür fest) …

Der einfache Weg, es zu beschreiben, ist: Das tue ich nicht, oder wenn ich es mir schonen möchte, tue ich es in den meisten Fällen auch nicht. Aber ich fange an das zu machen. Da die Kunstprojekte, auf die ich mich konzentriere, immer mehr Aufmerksamkeit bekommen und mein handwerkliches Niveau steigt (mit zunehmendem Alter), kann ich daran nicht vorbeikommen.

Für das nächste Kunstprojekt, an dem ich arbeiten möchte, sind bereits eine Galerie, ein Ort und ein Datum festgelegt. Aber in den letzten Wochen wurde mir klar, teils aufgrund der Gespräche, die ich geführt habe, teils aufgrund eines tiefen Gefühls, das mehr zum Ausdruck kommt, als ich gerne zugeben würde, dass dieser Kunstprojekt etwas dringender und größer ist, als es ursprünglich schien. Abgesehen von den offensichtlichen Budgetpunkten wie: Materialien, Miete, PR, F&B, Vernissage und Gehälter (mit zunehmendem Alter habe ich auf die harte Tour gelernt, dass dieser Punkt auch mein Gehalt beinhaltet) muss ich in der kommenden Zeit herausfinden, wie ich das Projekt überhaupt präsentieren möchte.

Und das ist der schwierige Teil. Weil ich dieses Projekt unabhängig von den Kosten durchführen möchte …

Aber jetzt kommt es: Ich muss es tun, um dieses Projekt aufrechtzuerhalten und um den Raum zu schaffen, damit es so wirken und wachsen kann, wie ich das Gefühl habe, dass es sollte.

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es weitergeht 😊

Alte Weg, Neuer Pfad

Seit einigen Monaten arbeite ich an meiner Website. Ich schaue mir meine Vergangenheit an, hinterfrage Projekte und bewerte sie. Und dann ein mühsamer, manchmal schmerzhafter Prozess, bei dem ich mich selbst frage;

Warum mache ich das (Kunst)? Möchte ich das wirklich tun? Und wenn Ja; Wie will ich es machen? Und dann passe ich es an, formiere und kristallisiere heraus, was ich in der kommenden Zukunft sagen und tun möchte. Dann wird mir klar, dass ich diesen Prozess schon sehr oft gemacht habe.

Aber dieses Mal scheint es dringender zu sein, hier steht für mich mehr auf dem Spiel.

Was mit einer Reise nach Kiew Ende 2013 mit einem Projekt zur Darstellung ukrainischer und russischer Mütter begann, führte mich nach Weißrussland, um an einem LGBTQ-Projekt zu arbeiten und Flüchtlingskinder an der türkisch-syrischen Grenze zu porträtieren. Diese Reise führte mich auch an hohe Stellen, wo ich weibliche Führungspersönlichkeiten in den Burgen der Macht porträtierte, und fand dann im Jahr 2020 mit Covid19 und einem gescheiterten Pop-Art-Projekt über vertriebene Frauen ein jähes Ende.

Ich dachte, dass ich mit der Kunst auf professioneller Ebene fertig wäre. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, im Rampenlicht zu stehen und wurde sogar dafür gut bezahlt. Es war gut, solange es anhielt, und es war Zeit, sesshaft zu werden, einen anständigen Beruf zu erlernen und eine Familie zu gründen (ich habe beides getan: drei Töchter und jetzt bin ich zertifizierte Fachmann Betretung).

Aber wie es so oft in meinem Leben passiert, wenn ich denke, dass ich die Kunst loslassen kann, lächelt Sie einfach und lässt mich mein Ding machen und schlägt mir dann ins Gesicht und weckt mich auf. In den letzten Monaten des Jahres 2022 wurde ich depressiv und war offiziell ausgebrannt. Das kam nicht aus heiterem Himmel, aber es überraschte mich in seinem Ausmaß.

Wie so oft in meinem Leben öffnete sich gleichzeitig eine Kunst-Tür und ich hatte freie Hand, um an einem neuen Projekt zu arbeiten. Ich wusste noch nicht, dass dieses Projekt den Grundstein für meine nächste Reise gelegt hat.

Inspiriert von einem Artikel, der erklärte: Wenn ein Paar mit eingeschalteten Smartphones zusammensitzt, sendet ihr Gehirn tatsächlich Einsamkeit, sodass sie tatsächlich einsam sind, selbst wenn sie zusammen sind. Da habe ich eine alte Idee aufgegriffen und an einem Projekt zum Thema „Intimität“ gearbeitet, indem ich Paare porträtierte und sie fragte, was Intimität für sie bedeutet.

Diese Verbindungen zu malen und sie in ihrer „Intimität“ zu sehen, brachte mich zurück zur Kunst, wie ich sie verstand; „Dem Stamm dienen“. Die Entwicklungen im KI-Bereich und der tiefere Einblick in unsere Beziehung zur Technologie, die ich durch das Projekt gewonnen habe, haben den Weg für den Beginn einer neuen Reise geebnet.

In der kommenden Zeit werde ich mich in einer Reihe von Projekten auf die Fragen konzentrieren:

Wie entstehen Gemeinschaften?

Werden wir in der Lage sein, unter dem Einfluss immer fortschrittlicherer „Kommunikationswerkzeuge“ und KI eine Gemeinschaft zu bilden oder aufrechtzuerhalten?

Um dieser Frage nachzugehen, wird mein nächster Halt im November sein, wo ich eine zeitgenössische Live-Version des „Letzten Abendmahls“ malen werde. Die Grundidee besteht darin, 13 Gäste zum Abendessen einzuladen und sie zu bemalen, während sie der alten Tradition folgen, eine gemeinschaftliche Bindung aufzubauen und gemeinsam „Brot zu brechen“.

Vielen Dank, dass Sie bisher gelesen haben. Weitere Informationen folgen in Kürze …

“Die Schultern auf denen wir stehen”

Ein Kunstprojekt zum Thema – Alter und Demenz

Fragen:

In einer Stadt-Welt, in der die Sucht nach Jugend fast unersättlich ist, einer Geschäftswelt, die nur auf Stärke und Erfolg fokussiert ist, wird oft vergessen, dass wir alle auf den Schultern eines andern stehen. Jemand hat diese Welt mal besser mal schlechter noch lange Zeit vor uns belebt. Jemand hat die gleichen Fehler gemacht und die gleichen Siege gefeiert, wie wir es jetzt tun.

Diese Menschen leben aber oft mit uns, in Altersheimen oder anderen Institutionen am Rande der Gesellschaft, wo man sie fast nicht sieht, hohes Alter und Demenz haben keinen Platz mehr in unserer Mitte.

Wie kann ich einen Raum erschaffen, in dem wir dies wahrnehmen können?

Wie kann ich für diese Menschen einen Platz in unserer Mitte schaffen?

Idee:

Auf die Fassaden von verschiedenen Gebäuden der Stadt Zürich sind grosse farbige Transparente gestreckt. Jedes Transparent ist ein Portrait. Nicht von einem Celebrity oder einer politischen Figur, nicht von einem jungen Model oder einem süssen Kind, die etwas zu verkaufen versuchen.  Es sind die Portraits von fast unsichtbaren älteren Menschen, die in Heimen oder anderen geschützten Räumen leben.

Konzept:

Das Projekt wird in verschiedenen Etappen durchgeführt:  

Bei einem oder mehreren Besuchen von verschiedenen Altersheimen/ WGs werde ich deren Bewohner portraitierten, und falls möglich auch ein Gespräch mit ihnen führen. Die Portraits werden mit Bleistift auf Papier gefertigt.

10-15 ausgewählte Portraits werden dann bearbeitet und von einem anderen Künstler in traditionell handwerklicher Manier zu Druckplatten in Holz geschnitzt Diese Portraits werden dann auf ähnliche Art 3-4 farbig auf Papier gedruckt.

Diese Serie wird dann digitalisiert und zu grossen Transparenten bearbeitet.

Diese Transparente werden an verschiedenen Gebäudefassaden in der Stadt Zürich aufgehängt.

Im Rahmen einer feierlichen Vernissage werden die Portraits bei einem städtischen Rundgang zu bestaunen sein. Zu dem Rundgang wird ein Projekt-Flyer ausgehändigt mit Gesprächsnotizen zum jeweiligen Portrait

Begründung:

Altersheime/WGs: Sie sind ein Bestandteil unserer Gesellschaft. Ich möchte keine Kritik üben, sondern eher einen Raum erschaffen, in dem Fragen gestellt werden können: Ist es so gut für uns? Wollen/können wir es anders machen?

Bleistift auf Papier, Druckplatten in Holz geschnitzt: Mit der Benutzung von traditionellen Arbeitsmethoden will ich die «Schultern auf denen ich stehe» ehren und Raum in meiner Welt geben.

Serie von Transparenten an Gebäudefassaden der Stadt: Nebst der offensichtlichen Platzierung der Portrait- Serie mitten in der Geschäfts- und Unterhaltungs-Welt, dient es dem Versuch, die lokale Gemeinde in den gedanklichen Prozess zu involvieren und thematisch miteinzubeziehen.

Persönliche Motivation:

Es geht für mich in diesem Projekt nicht um die Klischees rund ums Alter. Ich denke nicht, dass ältere Menschen immer klug und weise sein sollen, oder dass sie immer viel Erfahrung mit sich bringen müssen.  Mit dem «Platz machen» für dieses Thema will ich ein Raum für kollektive Demut schaffen. Weill ich denke, dass, wenn wir nicht bewusst Platz in unsere Mitte fürs Schwache machen können, all unsere Erfolge und unser Können nichtig und hohl sind.

Wie ich unsere Gesellschaft heute wahrnehme, streben wir nur nach dem Schönen und Süssen, was wiederum zur Gefühllosigkeit führt.  Das Alter ist aber eben nicht süss oder wirklich schön und wird deswegen mit allen Mitteln bekämpft und zu Vergessenheit verdammt.  Was dabei oft vergessen wird, ist dass wir alle einmal alt und zerbrechlich werden, und dass es ohne Zerbrechlichkeit in einer Gesellschaft keine wahrhaftige Stärke gäbe.   

Fathers and Leaders 2017-19

Auch bekannt als Crayon Leaders – Kunstprojekt zum Thema Vater-sein

Während meiner Arbeit an meinem Projekt Lipstick Leaders wurde ich oft gefragt, ob ich an einem „Männer-Projekt“ arbeite, hauptsächlich während des Gesprächs mit verschiedenen Leaders, die ich für dieses Projekt porträtiert habe.

Mir war sehr klar, wie ein solches Projekt aussehen soll, das Ziel von Lipstick Leaders ist es, weibliche Führungskräfte auf eine noch nie dagewesene Weise zu zeigen, und ich wollte dasselbe mit männlichen Führungskräften tun:
– Wenn ich die Frauen sehr ernsthaft und ehrerbietig in einem kathedralenartigen Stil dargestellt habe. Die Männerporträts werden auf sehr chaotische, zugängliche und herzliche Weise präsentiert.
– Bei den Lipstick Leaders habe ich mit den Leadern hauptsächlich über Führung und Tagesgeschäft gesprochen. Ich möchte mit den Männern über Herzensangelegenheiten sprechen.
– Wenn ich die weiblichen Anführer mit Kohle und nur mit rotem Lippenstift porträtiert habe, werde ich die männlichen Anführer mit Buntstiften zeichnen, die bunt und fast naiv sein sollten

Damit möchte ich Männer nicht in einem „weicheren Licht“ zeigen oder sie „herabsetzen“. Ich möchte Männer zeigen, wie sie „auch“ wirklich sind, sie sind Führungspersönlichkeiten, die soziale und wirtschaftliche Verantwortung tragen. Und sie sind Väter.

Der Covid19 hat dieses Projekt vom Fliegen abgehalten, aber ich habe die Hoffnung auf seinen Jet nicht aufgegeben. Für mich ist es ein sehr intimes und geerdetes Projekt, das ich gerne teilen möchte. Ich persönlich finde die Portraits, die ich gemacht habe, sehr gut und die gesammelten Geschichten sind meiner Meinung nach eine Sammlung faszinierender Einblicke in die Männlichkeit und die verschiedenen Facetten der Vaterschaft.

Ein Journalist hat mich letztens ein paar fragen zum Projekt gestellt:
Was hat dich dazu bewegt das Väter Projekt anzugehen?
Während der Arbeit auf Lipstick Leaders kam oft die Frage ob ich eine «Männer» Porträt – Projekt machen würde. Wie oft nehme ich solche Fragen sehr persönlich und ernst und ich musste nicht lang denken ob ich das machen werde aber mir fehlte noch eine «Geschichte» oder der die Blickwinkel in die ich das Projekt machen will. Als ich dann Rebecca Guntern (Head of Sandoz Europa) für Lipstick Leaders Portraitiert habe und sie mir eben diese Frage stellt konnte ich ihr dann sofort eine Antwort geben. «Es wird eine Väter Projekt in die führenden Männer aus ihre Familiäre-Väterliche Seite gezeigt werden».
In meinem Arbeitsprozess, liegt zwischen den ausrufen ein Projekt und seine Verwirklichung oft längere Zeitspanne das Konzipieren und Gedanken hier aber war es nicht der Fall. Der Idee war klar und einfach zu kommunizieren. Ich wollte Männer die in ihre Berufsleben Führen porträtieren und dabei zu ihrem eigenen Vater fragen in spezifisch eine Geschichte von ihm um ihre Beziehung.

Warum wolltest Du sie über ihren Vater fragen, warum nicht übe ihre Kinder?
Sie übe ihren Vater zu fragen kam aus zwei Hintergedanken. Zum einem wollte ich sie nicht all zu nah treten. Familie kann sehr schnell sehr nah kommen und ich dachte das so eine Art Abweichmanöver angeboten wird um auf die «Thema» zu Reden aber nicht direkt ansprechen. Es geht mir in meine Projekte nicht um Sachen zu «entdecken» sondern sie so zu zeigen wie sie sind. Dies kann ich nur wenn meine die Modelle oder Teilnehmende sich sicher fühlen.

Was war der andere Hintergedanke?
Ein Gefühl das ich damals hatte und dass mich auch jetzt sehr present ist, ist das Männlichkeit und Vaterschaft und deren Bedeutung in sehr kurze Zeit sich sehr veränderten haben. Die gesellschaftlichen Ansprüche haben sich sehr verändert und in dem das ich erwachsene Männer über Ihren Vater fragte konnte ich auf meiner Art, auf einmal Drei Generationen erfassen (Grossväter, Väter und Kinder). Fokussiert auf die Schweiz hat das sogar noch mehr Nachdruck bekommen.


Warum nur denkst Du das – was macht die Schweiz in der Hinsicht besonders?
Die Schweiz ist eine sehr konservative Gesellschaft in dem gewisse sozialen Normen die in dem Rest von Europa schon gang und gäbe waren sich in der Schweiz nur den letzten 30-20 Jahren sich veränderten (Frauen Stimmrecht ist nur ein kleines Beispiel dazu). Für viele Schweizer ist es noch Normal das Kinder in der Früherziehung zuhause bleiben, was den traditionellen Mann/Frau rollen natürlich sehr beeinflussen. Es hat sich eine Situation kreiert wo die unterscheide zwischen den Generationen sehr klar sind und oft sehr sichtbar. Im Sinn des Projekts finde ich sehr spannend

Die Porträts sind sehr Farbig und Farb-roh. Warum hast Du Malkreide für die Portraits gewählt bis jetzt waren deine Projekte sehr eintönig oder schlicht in dem Sinn, Warum hast gewählt die Väter so Farbe-froh zu malen?
Ich arbeite sehr oft mit Malkreide und benutze dabei sehr bewusst, einfache, fast kindliche Marke. Ich benutze es oft um mich malerisch «aufzuwärmen» es kommt von dem Gedanken das zum einem mit diesem spezifischen Material ich nichts «richtig» oder «Schön» machen kann – also Frei von dem Normen etwas richtig machen zu müssen, was mir erlaubt nur auf das «Tun» zu fokussieren. Der andere Gedanke die wie ich es verstehe in Bezug auf diesem Projekt, sehr wichtig ist. Ist das diese Malkreide für die meiste von uns direkte Bezug zu den ersten schritten der Kreativität sind, wir habe oft eine sehr positive Reaktion dazu.
Es war mir wichtig, dass die Väter mit dieser fast Naive Art gemalt werden, damit das ganze Thema von Anfang an einen anderen Dialog hervorbringen könnte. Ich wollte die Väter von einer weichen fast kindlichen Seite zeigen.
Ich habe das Gefühl das Vaterschaft wenn es im Kunst-Kontext gezeigt wird sehr Klischeehaft ist ich wollte mit dieser farbenfrohe Portait Sammlung das ganze Thema von dem neutralisieren und so der Menschliche Aspekt hervor heben.

Du hast bis jetzt fast 50 Portraits gemacht, viel dir was besonders auf?
Besonders viel mir sehr viel auf, das Projekt war oder ist voller Überraschungen. Zum Beispiel der erste Vater den ich gemalt habe meinte das er Sein Vater nie kannte da er kurz nach seiner Geburt gestorben ist. Dies war ein kleiner Shock für mich, weil es sehr unerwartet war. Es für mich sehr auf das viele der Männer viel es schwer auf über eine Gemeinsame Erlebnis zu erzählen, nicht weil er gewalttätig war oder so (da gab es kein erzähl-Probleme) sondern weil es schlicht keine gab. Sehr Herzwärmend aber auch fiel mir ein sehr häufig benutzter Satz «Meinen Vater war einen sehr beschäftigten Mann, aber wenn es um etwas für mich Wichtiges ging hatte er immer Zeit für mich genommen».

Warum findest Du dieser Satz so Besonders?
Männer oder Väter aus der besprochenen Generation werden oft mir der erste Aspekt soziiert also eher abwesend oder sehr desinteressiert, wenn es um Kinder oder Erziehung geht. Hier zeigt sich eine Seite der oft nicht angesprochen wird: Vaterrolle in der Erziehung. Dazu muss ich auch sagen das oft kamen sehr schöne Menschliche Geschichten danach. Es war einfach schön dabei zu sein und zu hören.

Das Projekt wurde bis jetzt nicht gezeigt, gibt es Pläne es demnächst zu präsentieren?
Ja, es gab Pläne für 2020 es sehr gross auf zu ziehen aber Corona hat da ihre strich gemacht. Ich werde in der letzten Zeit immer wieder danach gefragt und der Idee das Projekt wieder aufzunehmen sit mir nicht fremd. Evtl. mit der sich entwickelte Gender Themen kann er sogar was Neue beitragen. Ich halte mich auf jeden Fall auf der Pirsch für Partnerschaften diesbezüglich und wer weiss evtl. nächste Jahr.

Intim

Ein Kunstprojekt über das Zusammen sein

Von Fr – So 3. – 5. Februar 2023 Unter dem Motto «Intim» habe ich in der Galerie «Kunstsichtbar» Paare porträtieret.

Hintergedanke

Intim: Dem Thema „Intimität“ mit meiner Kunst zu folgen, ist ein lang ersehnter Wunsch von mir. Vor allem die Frage «Wie wird Intimität in meinem Werk erfasst/gezeigt?». Kann ich sie sehen? Wie wird meine Wahrnehmung im Bild gespiegelt? Dies gedacht ausserhalb der übliche Bildkompositionen, die für Romantik und «Liebesbeziehungen» kunsthistorisch typischer Weise gelten.

Bei einem vergangenen Versuch, ein solches Projekt zu starten, fragte ich ein Bekannte, Mutter dreier Kinder, wie sich Intimität in ihrer Beziehung spiegele. Sie meinte «Wenn ich und mein Mann ein Film schauen, jeder in seiner Ecke des Sofas und zwischen uns ein grosse Schale Popcorn». 

Dieses Bild faszinierte mich, da es in Kontrast zu jeglicher piktoraler Idee zu Intimität stand. Als ich mich hinsetzte, um die jetzige Projektversion zu schreiben, kam mir dieser Satz wieder ins Bewusstsein. Ich möchte nicht die Idee oder das Klischee zu Intimität sehen, ich möchte die wahre, einfache oder komplexe Realität sehen. 

SEX: Ist Intimität gleich Sex und Erotik? Ich möchte Paaren einladen, sich zu zeigen, wie sie es möchten ohne klare Vorstellung meinerseits wie (ihre) Intimität aussieht. Es geht für mich darum, eine Frage zu stellen und nicht unbedingt eine Tatsache zu zeigen. Einen Raum für Dialog zu schaffen. In diesem Sinn ist dieses Mal-Projekt kein «Akt» Projekt.  

Interview

Nebst dem Portraitieren habe ich die Paaren gefragt was bedeutet intimtät für sie einge dieser Antworten können sie hier hören:

U und C – was ist “Intimität” für euch ?
A und R – was ist “Intimität” für euch ?
B und E – was ist “Intimität” für euch ?
N und V – was ist “Intimität” für euch ?
C und P – was ist “Intimität” für euch ?
L und S – was ist “Intimität” für euch ?
T und N was ist “Intimität” für euch ?

Lipstick Leaders 2016-2019

Ein Porträt Serie von Führende Frauen.

Am 1. Juni 2018 feierte Daniel Eisenhuts „Lipstick Leaders“ in der «Kraftwerk» in Zürich Premiere. Das Konzept dafür wurde erstmals im Oktober 2016 gelegt. Die Idee bestand darin, Führung auf möglichst authentische Weise zu betrachten und diese Vision der Öffentlichkeit ohne politische Agenda zu präsentieren.

Als Daniel Eisenhut an Führungskräfte dachte, dachte er an Frauen. Für ihn bestand ohne Zögern oder Nachdenken ein klarer Zusammenhang zwischen den beiden. In diesem Zusammenhang sah er die Idee für ein Kunstprojekt. Er würde eine Installation schaffen, die an die Wände der Vergangenheit erinnert, die traditionell mit Porträts prominenter Männer bedeckt waren. Ernsthafte Porträts, deren Fokus eher auf Prestige und Autorität als auf ästhetischer Schönheit lag. In Eisenhuts Konzept war die Wand voller Porträts von Frauen, die ganz selbstverständlich unterschiedliche Führungspositionen übernahmen.

Wie jedes Projekt nimmt es mit der Zeit seine eigenen Leben an, sobald es über den mentalen Raum des Künstlers hinausgeht. Sobald die Prüfung durch andere zugänglich ist, strömen Fragen und Kritik ein. Eine dieser Fragen, mit denen Daniel Eisenhut regelmäßig konfrontiert wurde, war: „Warum Frauen?“ Die Einbeziehung von Frauen in Führungspositionen ist in unserer Gesellschaft nicht immer Selbstverständlich. Das Ziel des Projekts bestand jedoch nicht darin, zu beweisen, dass Frauen Führungspersönlichkeiten sein können, sondern darin, dass sie es bereits sind.

Als Daniel Eisenhut aufwuchs, sah er viele starke weibliche Führungskräfte. Während seiner Dienstzeit in der israelischen Armee waren es überwiegend Frauen die er als Führungskraft erlebt hart. Eisenhut erlebte aus erster Hand die Stärke und Entschlossenheit dieser Frauen und festigte in seinem Gedächtnis die Symbiose von Weiblichkeit und Führung.

Am Vorabend der Premiere von Lipstick Leaders wurde Daniel Eisenhut eingeladen über sein Projekt in der CNNmoney zu Erzählen – Moderatorin Ana Maria Montero

„Warum ‚Lippenstift‘“, war die Frage, die am häufigsten gestellt wurde, wenn man den Titel des Projekts hörte. Der „Lippenstift“ wurde zu dem Titel dieses Projekts eher ironisch hinzugefügt. Die Idee bestand darin, die Vorstellung von Frauen als nur schön zu untergraben. Obwohl Kosmetik oft mit äusserer Schönheit in Verbindung gebracht wird, kann sie auch dazu dienen, Aufmerksamkeit zu erregen. Der Mund wird in diesen ansonsten farblosen Porträts hervorgehoben und der Betrachter wird so aufgefordert, zuzuhören, was sie zu sagen hat.

Während der Porträtsitzungen führte Daniel Eisenhut mit jeder Frau ein Interview durch. Er stellte ihnen Fragen zu ihrer Herangehensweise an Führung, ihren Vorstellungen davon, was Führung bedeutet, und gab jeder Führungskraft Raum, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Einige Frauen konzentrierten sich auf ihre Erziehung und ihre Anfänge, während andere sich auf ihre aktuelle Karriere konzentrierten und darauf, wie die Welt sie in diesen Rollen sah. Jede Frau hatte die Möglichkeit zu Wort zu kommen und sich Gehör zu verschaffen. Währenddessen zeichnete Eisenhut sie so, wie sie sich präsentierten, und das Ergebnis waren ernste, Head-Shot-ähnliche Porträts, die grösstenteils ohne Lächeln auftraten. Ein Streifen Lippenstift über ihren Lippen erinnert den Betrachter gleichzeitig daran, dass diese Frauen etwas zu sagen haben und dass im «Ernst» auch Schönheit liegt.

Für die Porträts wählte Daniel Eisenhut die seiner Meinung nach am weitesten verbreitete und ursprünglichste Substanz der Menschheit: Holzkohle. Er verwendete Kohle auf Kohlenstoffbasis, um Porträts zu schaffen, die uns alle in unserer Menschlichkeit verbinden sollten. Schliesslich bestehen wir alle aus Kohlenstoff. Dieses Medium zieht in Kombination mit der Präsentation der Werke in der «Kraftwerk» eine klare Grenze zwischen primitiven Höhlenmalereien aus unserer Vergangenheit und den Porträts prominenter Persönlichkeiten unserer Gegenwart. Die Gesellschaft spielt eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung dieser geschäftsmässigen Porträts, bei der Beobachtung, wie Frauen in Führungspositionen wahrgenommen werden und wie sie sich präsentieren. Daniel Eisenhut verwendet Holzkohle, um uns daran zu erinnern, dass wir in erster Linie Menschen sind und dass unsere Gesellschaft das ist, was uns zusammenbringt, so wie es Höhlenmalereien und Lagerfeuer seit Beginn der Sozialisierung getan haben.

Daniel Eisenhut erschuf „Lipstick Leaders“ als Versuch, den Stamm wieder zusammenzubringen. So oft konzentrieren wir uns nur auf unsere Unterschiede. Der „Lippenstift“, der manche weniger ernst macht als andere. Die hohe Position, die einen über und von den anderen abhebt. Der Wunsch, gesehen, gehört und verstanden zu werden, ist etwas, das wir alle verspüren. „Lipstick Leaders“ greift diese oft gegensätzlichen Vorstellungen von Eitelkeit und harter Arbeit, von Frau und Geschäft, von Höhlenmalerei und Hochglanz Head-Shot auf und bringt sie zusammen, um einen Standpunkt zu verdeutlichen. In jedem einzelnen von uns kann eine Vielzahl enthalten sein. Ein Porträt kann sowohl schwarz-weiss als auch farbig sein. Eine Frau kann Karriere machen und Mutter sein. Holzkohle kann sowohl primitiv als auch revolutionär sein. Lippenstift kann sowohl schön als auch ernst, subtil und eindringlich, oberflächlich und tiefgreifend sein.

Indem Daniel Eisenhuts „Lipstick Leaders“ uns daran erinnert, dass vieles gleichzeitig wahr sein kann, dass „und“ oft authentischer ist als „aber“, geht es um so viel mehr, als man auf den ersten Blick annehmen könnte. Es geht um Frauen. Es geht um Führung. Es geht um Gesellschaft, Geschichte und Menschlichkeit. Es stellt einen bestimmten Teil der Gesellschaft zur Schau, zeigt einen Teil in einem neuen Licht und erinnert uns daran, dass wir ein Ganzes sind. Jedes Porträt gehört so offensichtlich zur selben Serie, ist in seinem Abbild dem nächsten einheitlich und jede Frau ist gleichzeitig ihre eigene Person. Jede Geschichte ist anders und es gibt einen roten Faden, der sich von einer zur nächsten und durch uns alle als Menschen zieht.

Nach der ersten Ausstellung in der «Kraftwerk» in Zürich hat Daniel Eisenhut weiterhin Frauen in Führungspositionen porträtiert und interviewt. Im Laufe der Jahre sind über 150 Porträts entstanden, die in verschiedenen Formaten in mehreren Städten in der ganzen Schweiz ausgestellt wurden. Jede Ausstellung ermöglicht eine neue Sicht auf das Projekt und die Porträts. Kunst, Individualität und Gemeinschaft kreuzen sich bei jeder Veranstaltung und in jedem Raum werden Menschen zusammengebracht.

Als Daniel Eisenhut sich zum ersten Mal daran machte, das Projekt „Lipstick Leaders“ zu starten, erhielt er von seiner Männergruppe uneingeschränkte Unterstützung. Der Glaube dieser Männer an sein Projekt bestätigte Daniel Eisenhuts Idee, dass „Lipstick Leaders“ ein Ort der Konvergenz für die Gesellschaft sein könnte. Die weiblichen Führungspersönlichkeiten waren Teil einer grossen Gemeinschaft und konnten authentisch als solche dargestellt werden. Sie galten nicht als Oppositionelle oder Aussenseiter, sondern waren als Teil der Führungspersönlichkeiten unserer Gesellschaft willkommen.